Sonntag, 22. Oktober 2017

 
Kurzchronik der FF - Liebertwolkwitz

Aufzeichnungen in verschiedenen Chroniken belegen, dass es schon weit vor der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr Aktivitäten zum Feuerschutz in Liebertwolkwitz gab. Schon im Jahr 1792 wurde eine Feuerspritze angeschafft. Anfang des 19.Jahrhunderts wurden weitere Feuerspritzen angeschafft oder vorhandene ersetzt. Die Besetzung und Bedienung der Feuerspritzen sowie die Organisation der Brandbekämpfung war in einer Feuerlöschordnung niedergeschrieben und lag in der Verantwortung aller Bürger der Gemeinde. Im Oktober 1868 wurde eine neue Spritze für die Gemeinde Liebertwolkwitz in Chemnitz angefertigt. Der Preis belief sich auf 350 Taler. 1869 gab es dann eine neue Feuerlöschordnung, in der von einer Wacht- und Rettungsschar die Rede ist. Mit Beschaffen der ersten Feuerspritze gab es auch ein Spritzenhaus. Dies befand sich auf dem Markt, an der Stelle des heutigen Teichmann-Denkmal. Im Jahr 1854 erwarb die damalige Gemeinde das Gut Markt 2. In der zum Gut gehörenden Scheune werden ab sofort die Spritzen aufbewahrt, was sich bis zum Jahr 1911 fortsetzte. Bereits im Vorfeld der heute noch bestehenden Feuerwehr gab es in Liebertwolkwitz eine Freiwillige Feuerwehr, die am 10.Februar 1873 durch Gemeinderatsbeschluss ins Leben gerufen und nach einer Generalprobe vom 21. April durch den Exerziermeister der Städtischen Feuerwehr zu Leipzig als solche bestätigt wurde. Nach Unstimmigkeiten wurde die Feuerwehr 1889 durch den damaligen Gemeindevorstand aufgelöst. Am 29.April 1890 kam es dann zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Liebertwolkwitz. Die erste Mitgliederzahl belief sich auf 18. Laut Gründungsprotokoll bestellte man Herrn Fabrikant Wiedemann zum ersten Hauptmann, heute Ortswehrleiter. Das noch heute bestehende Gerätehaus am Dorotheenring wurde ab 1912 durch die Wehr genutzt. Im Laufe seines Bestehens wurde das Gerätehaus mehrfach saniert und umgebaut. Dieses Jahr wird es nochmals eine Sanierungsmaßnahme geben. Die Löschtechnik hat sich im Laufe der letzten 120 Jahre ebenfalls stark gewandelt. Die bereits erwähnten Feuerspritzen stellten den Beginn der Feuerlöschtechnik dar. Mit Einzug in das Gerätehaus am Dorotheenring gab es dann noch eine hölzerne mechanische Schiebeleiter. 1928 wurde eine Motorspritze in Dienst gestellt. Allerdings war diese noch nicht selbstfahrend und musste mit Fahrzeugen Dritter zur Einsatzstelle gebracht werden.

Diese wurden vertraglich zur Unterstützung im Einsatzfall verpflichtet. Erst 1940 wurde ein leichtes Löschgruppenfahrzeug vom Typ Mercedes beschafft und somit die Arbeit der Feuerwehr wesentlich erleichtert. Ab Ende der 70er Jahre wandelte sich der Fuhrpark der Feuerwehr und vergrößerte sich dabei stetig, Waren es erst LKW vom Typ IFA H3A als Tanklöschfahrzeug und IFA S 4000 als Löschfahrzeug, wurden es dann Fahrzeuge vom Typ IFA W 50, die das Bild der Liebertwolkwitzer Feuerwehr prägten. Ganzer Stolz der Wehr war in den 80er Jahren ein Tanklöschfahrzeug vom russischen Fahrzeughersteller SIL. Höhepunkt dann sicher die 90er Jahre. Hier verfügte die Wehr über drei LKW vom Typ W 50 - Löschfahrzeug, Tanklöschfahrzeug und Drehleiter -, einen Rüstwagen auf 3,5 Tonnen-Fahrgestell und einen PKW als Einsatzleitfahrzeug. Dazu kamen noch diverse Hänger sowie ein modernes Schlauchboot. Nach der Eingemeindung in die Stadt Leipzig schrumpfte der Fuhrpark deutlich. Aktuell hat die Feuerwehr Liebertwolkwitz zwei Einsatzfahrzeuge auf LKW-Fahrgestell (HLF & RW 1) sowie einen MTW im Bestand. Ergänzt wird der Fuhrpark durch zwei Anhänger (TSA/ TS-8 sowie Einachs-Pritsche) Im Laufe seiner Geschichte lenkten 12 Wehrleiter die Geschicke der Wehr. Heute besteht diese im Wesentlichen aus drei Säulen: der Einsatzabteilung, der Alters- & Ehrenabteilung sowie der Jugendfeuerwehr. Die Einsatzabteilung hat im Kalenderjahr ca. 90 Einsätze unterschiedlichster Art zu bewältigen. Das Ausrückegebiet der Feuerwehr umfasst die Ortsteile Liebertwolkwitz und Meusdorf. Dazu kommen noch Abschnitte der Autobahnen BAB 14 & BAB 38, der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz sowie Schwerpunktobjekte wie Herzklinik und HELIOS-Krankenhaus Leipzig. Über die Leitstelle kann die Feuerwehr darüber hinaus in jeden Einsatz im Stadtgebiet Leipzig sowie auf Anfrage auch außerhalb der Stadtgrenzen herangezogen werden. Der Aufwand an Übungs- & Ausbildungsstunden beläuft sich pro Jahr etwa auf 2500 Stunden. Zurzeit hat die Wehr 52 Mitglieder – 28 in der Einsatzabteilung, 13 in der Alters- & Ehrenabteilung und 10 Kinder & Jugendliche in der Jugendfeuerwehr.

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